http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefault.aspx?TabID=3902&Alias=wzo&cob=478345Neue Initiative beim Rauchverbot
Berndt Querfeld: Neuer Kaffeesieder-Obmann. Foto: wk
Berndt Querfeld: Neuer Kaffeesieder-Obmann. Foto: wk
Von Nina Flori
Aufzählung Neo-Obmann der Kaffeesieder startet große Umfrage.
Aufzählung Ergebnisse im April erwartet.
Wien. "Das einzige Thema, das die Wiener Kaffeesieder zurzeit beschäftigt, ist das Rauchen", sagt der neue Wiener Kaffeesieder-Obmann und Landtmann-Geschäftsführer Berndt Querfeld im Gespräch mit der "Wiener Zeitung".
Um herauszufinden, welche Meinungen die 3200 Wiener Kaffeesieder zum Thema Rauchen vertreten, will Querfeldt Anfang April eine Umfrage starten. "Wir müssen gemeinsam schauen, was die Wiener Gastronomie für Sorgen hat", so der Obmann. Denn ab 1. Juli müssen alle Lokale in einen Raucher- und einen Nichtraucherbereich unterteilt sein. Ausgenommen von dieser Regelung sind nur Lokale mit einer Fläche von weniger als 50 Quadratmetern, in welchen der Unternehmer selbst entscheiden kann, ob geraucht werden darf oder nicht. "Allein dieser Umstand führt ja schon zu einer großen Wettbewerbsverzerrung", erklärt Querfeld.
Kein Geld für Umbau
"Für einen Sieder, der 300 Euro Tagesumsatz hat, ist eine Investition von 5000 Euro halt einfach nicht drinnen. Wer also nur 49 Quadratmeter hat, zählt zu den Glücklichen, die nichts machen müssen." Eine Lösungs-Variante, die auch Gesundheitsminister Alois Stöger (SPÖ) den Kaffeehausbesitzern erst kürzlich nahegelegt hatte, ist die Umstellung auf ein generelles Rauchverbot.
Es gebe auch Cafés, etwa das Café Griensteindl oder das Mozart, für die das generelle Rauchverbot keinen Kundenverlust mit sich brächte, erklärt Querfeldt. "Sie funktionieren aber aufgrund der guten Lage und wegen des Bekanntheitsgrades." Diese Cafés seien allerdings in der Minderheit. "Viele Betriebe abseits der Innenstadt leben von Stammgästen, die rauchen wollen." Wenn dort keine räumliche Trennung vorgenommen werden könne, blieben den Besitzern nur zwei Möglichkeiten: Durch ein generelles Rauchverbot einen gar existenzbedrohlichen Umsatzrückgang zu riskieren oder beim "Weiter-rauchen-lassen" hohe Strafen zu kassieren.
"Das Ende der Übergangsfrist rückt immer näher, 65 Prozent der Betriebe sind darauf aber nicht vorbereitet", konstatiert Querfeldt. Die Umfrage soll nun erheben, welche Lösungen die Sieder selbst für gut erachten, und bereits getätigte Investitionen erfassen. "Vielleicht kann man sich so auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Sonst kommt es noch soweit, dass die Sieder aus Neid und Missgunst beginnen, selbst Sheriff zu spielen und sich gegenseitig anzeigen. Und das wäre nicht schön", so der Obmann.
Printausgabe vom Samstag, 13. März 2010
Online seit: Freitag, 12. März 2010 18:56:00