Von: krebspatient-krebsforum [mailto:krebspatient-krebsforum@utanet.at]
Gesendet: Mi 27.01.2010 19:49
An: Konkret
Cc: Kundendienst Orf; Stribl Simone, FI 9; Report, FI 9; THEMA, FI 9; Club 2, FI 1
Betreff: Heutiges ORF-Konkret zu Nichtraucherschutz war NICHT konkret
Sehr geehrte Damen und Herren,
mit großem Unbehagen habe ich Ihre heutige Sendung gesehen.
Leider haben Sie die falschen Informanten gefragt, für eine "konkret" -
Sendung.
1) Das Wiener Cafe Museum hat nicht wegen evtl. Umbaukosten zugesperrt,
sondern - lt. Besitzer - da die Miete per 1.1.10 exorbitant angestiegen
wäre. Wäre ersteres der Fall gewesen könnten Sie sicher sein, dass bis
30.6.2010 (letzte Frist für Umbau) das Cafe offen geblieben wäre.
2) Investitionen wurden dort seit vielen, vielen Jahren nicht mehr
gemacht. Jeder Unternehmer muss dabei ein Risiko tragen, da braucht es keine
Rechtssicherheit, wie dieser Tabak-Gastro-WKO-Lobbyist (Cafekioskbesitzer?)
immer Falschaussagen wissentlich von sich gibt! Sie hätten ihn besser fragen
sollen, wie er und seine Kollegen zur vorsätzlichen Körperverletzung mit
möglichem, tödlichen Ausgang steht, denn wieder waren in Österreich letztes
Jahr rund 11.000 Rauchertote und 1.086 Passivrauchtote! Übrigens: Ich
bekomme auch keine Rechtssicherheit bei Investitionen in meinem Betrieb; das
fällt unter Unternehmerrisiko, sowie in der Kalkulation unter Gewinn und
Wagnis. Aber davon haben wohl die meisten Kaffeesieder noch nie etwas
gehört: Tee 2,70 Euro (öS 37,80 !!!) und Melange 3,70 Euro (öS 51,80 !!!),
im Schnitt, auch teurer!
3) Ein Umbau kostet keinesfalls 150.000.- bis 200.000.-, wie dieser
"Ferstl" wieder sagt. Wir Tischler und Glaser machen dies ab 3.000.- Euro,
evtl. zuzügl. Lüftungsumbau in Summe 10.000.- Euro. Eine solche Panikmache
schadet auch den Jungunternehmern!
4) Ebenso ist es eine arge Unterstellung wenn Sie quasi sagen: "Es gibt
keine Hilfe zur Raucherentwöhnung". Genau das Gegenteil ist der Fall. Bei
unseren bundesweit 12 Pressekonferenzen, heute in Kärnten (Anlage), hatten
wir immer wen kompetenten der GKK am Podium. Selbstverständlich gibt es,
auch in Wien, kostenlose Einzel- und Gruppentherapien, oft sogar mit
Mentaltraining, Bewegungstherapie und viel, viel mehr, wie ich heute wieder
hörte.
5) Hinweis: Dass die WKO, z. B. in OÖ., 5 Wochen vor der Kammerwahl
günstige Darlehen zum Umbau gibt, ist wohl der größte Hohn. In ca. 2 Jahren
ist der Nichtraucherschutz EU-Gesetz. Bekommen dann die Wirte wieder ein
billiges Darlehen, dass sie die Umbauten wieder entfernen? Der Dumme ist der
Wirt, der jeweils 15 Jahre lang die Darlehen zurück zahlen kann. Lachender
Dritter ist die Sektion Banken in der WKO, die wieder hinten herum ein gutes
Geschäft bekamen.
So darf ich dem ORF empfehlen, bezüglich Nichtraucherschutz kompetentere
Fernsehteams einzusetzen. Auch empfehle ich, eine längere Sendung z. B.
Report oder Club 2 mit diesem Thema zu veranstalten. Hohe Zuschauerzahlen
sind dem ORF gewiss, denn das Thema ist nach wie vor aktuell, wie meine
Kurzdiskussion in der ZiB24 zuletzt bewies.
Mit freundlichen Grüßen
Dietmar Erlacher, Krebspatient
PS: Laden Sie zur "Supersendung" auch meinen WKO-Präs. Dr. Leitl ein, denn
er war für die WKO mittragend, als dieses "Kdolsky-Gesetz", glaublich mit
Bartenstein, "geboren" wurde. Er zeichnet mitverantwortlich für täglich 30
Rauchertote und 3 Passivrauchtote! BM. Stöger kann es jetzt "nur" ausbaden,
also sofort generell rauchfreie Lokale zum Gesetz werden zu lassen, wenn er
noch länger Gesundheitsminister bleiben will. Innerhalb von nur fünf Wochen
organisierten sich nämlich auf Facebook über 82.000 Nichtraucher, die ein
Volksbegehren für generell rauchfreie Lokale abhalten werden! Ein
kompetenter Gast wäre der Arbeits- und Hygienemediziner, Internist Prof.
Dr. Manfred Neuberger; er misst selbst die Schadstoffe, in den Lokalen, wie
im Wohnzimmer. Und vergessen Sie den Tabaklobby-Promianwalt Dr. Ainedter,
dem es nicht zu blöd ist für Zigaretten/Zigarren zu werben, den Passivrauch
verharmlost, und als Vorstandsmitglied der Österreichischen Krebshilfe die
Broschüre "Tabakrauch - Passivrauch" heraus gibt. Auf solche Leute kann
Österreich verzichten!
K f K
Verein Krebspatienten für Krebspatienten
Netzwerk Onkologischer Selbsthilfegruppen
Österreich
Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck, Graz
Initiative Rauchfreie Gaststätten
Zentrale: 1220 Wien, Steigenteschg. 13-1-46
Hotline 9 bis 21 Uhr: 0650-577-2395
kontakt@krebspatient.at www.krebsforum.atDietmar Erlacher, Bundesobmann